| Potentielle
Therapieansätze zur Behandlung von NCL
Gentransfertherapie
Viren, deren eigene DNA entfernt
wurde, werden als Transportmittel für ein funktionsfähiges Gen benutzt und
direkt in das Gehirn des erkrankten Kindes injiziert. Dort soll sich der
Virus an die Gehirnzelle andocken und das intakte Gen in die Gehirnzelle
schleusen. Dieses wird in die DNA der menschlichen Zelle
eingebaut und produziert das fehlende Enzym TPP I.
Da TPP I nicht fest in der jeweiligen Zelle gebunden ist, muss nicht jede
Hirnzelle von einem Virus erreicht werden, um dennoch mit dem Enzym versorgt
zu werden. Man erhofft nach positiven Tests mit Nagern
und Primaten zumindest eine starke Verlangsamung oder ein Stoppen der
Erkrankung.
Ab Juni 2004 lief eine erste Studie in
New York am Weill Cornell Medical College. Alle zehn Kinder wurden
mittlerweile behandelt. Die Veröffentlichung des Ergebnisses ist inzwischen erfolgt und kann unter www.liebertonline.com eingesehen werden. Eine zweite Studie mit einem
neuen, verbesserten Virus ist geplant.
Stammzellentherapie
Ziel ist, Stammzellen in das
Gehirn zu injizieren, die zum einen das fehlende Enzym produzieren können,
zum anderen aber auch die bereits zerstörten Gehirnzellen ersetzen. Die
amerikanische Firma
Stemcellsinc hat Ende 2000 die Genehmigung der FDA für eine erste Studie
mit Kindern, die an der infantilen bzw. spätinfantilen Form von NCL leiden,
erhalten. Alle sechs Kinder sind behandelt worden. Die Auswertung der Studie und Veröffentlichung der Ergebnisse soll bis Mitte 2009 erfolgen.
Zudem sind
seit Mitte 2006 etliche Kinder mit infantiler und spätinfantiler NCL,
überwiegend im Alter von 6 bis 8 Jahren, an verschiedenen Stellen in China
mit verschiedenen Formen von Stammzellen behandelt worden. Teils hat
es nur leichte und vorübergehende Verbesserungen im Krankheitsbild gegeben,
teils scheint die Verbesserung dauerhaft zu sein.
Enzymersatztherapien
Das fehlende Enzym könnte zwar direkt in das Gehirn injiziert werden,
hat jedoch nur eine relativ geringe Haltbarkeit. Da sich ständig
wiederholende Eingriffe in das Gehirn verbieten, sucht man nach Methoden,
die es dem Enzym erlauben, die vorhandene Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.
Medikamentöser Ansatz
Man versucht, eine Substanz zu finden, die in der Lage ist, die
Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und die Produktion des fehlenden Enzyms erhöhen
oder aber dessen Funktion übernehmen kann.
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